

À la recherche du temps perdu
[Auf der Suche nach der verlorenen Zeit]
Die Essenz des Lebens ist das Schöpferische.
Alles, auch ein Sandkorn oder ein Gran Kaolin, trägt die verlorene Zeit in sich, um eine neue Zeit zu erschaffen - unter Bewahrung seiner ureigenen Werte.
Ich arbeite mit Kleinodien der Vergangenheit und verwandle sie in meine Ideen, in meine Glücksritter, in meine römischen Wölfinnen.
Ich schreite über eine Wiese und trage deren Duft in mir. Ich wate durch Wasser und trage dessen Frische in mir.
All dies fasse ich in meinem Innersten zusammen.
Ein Sandkorn nimmt für eine gewisse Zeit meine Farbe an, und ich weiß nicht, wohin es zurückkehren wird.
Die Essenz des Zeitlichen ist Leben.
-Elina Märtin
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Den Porzellan- und Tonplastiken von Elina Märtin wohnt ein gewisser Humor inne. Es sind vasenartige Gefäße, die aber mit ihrer prallen und bunten Leiblichkeit mehr an Tiere denken lassen...
Die 1970 in Riga geborene Künstlerin gibt ihren Geschöpfen phantastische Namen: "Sehnsuchts-sterndecke", "Nachttraumkoketterie" oder auch ganz schlicht
"Einsamkeit", "Namensvetter", "Glücklicher". So wie jeder Mensch, jedes Ding, jede Situation zwei Seiten haben kann, besitzen auch die Objekte von Elina Märtin zwei unterschiedliche Seiten, die sie fremdartig und märchenhaft und wie nicht aus dieser Welt erscheinen lassen.
Vielleicht kommen Sie aus einer Zwischenwelt oder geradewegs aus dem Ursprung der Seele Nordosteuropas. Diese Arbeiten haben etwas, was heute immer seltener zu finden ist: sie besitzen Poesie.
-Brigitte Wieder

